Deutscher Gewerkschaftsbund

24.03.2014
DGB-Ortsverband Coesfeld

100 Tage Große Koalition – Eine Bilanz

Eine Bilanz nach 100 Tagen große Koalition in Berlin zogen die Mitglieder im DGB-Ortsverband Coesfeld in einer gut besuchten öffentlichen Veranstaltung am Sonntag, 23. März 2014 in der Bischofsmühle in Coesfeld. Für ein gutes und reichhaltiges Frühstück gesorgt und die historische Wassermühle in Coesfeld bot als Tagungsort das richtige Ambiente für die Folgeveranstaltung der Stammtischgespräche zur Bundestagswahl mit den Bundestagskandidaten.

Erfreulich für Vorsitzenden Heinz Dickhoff mit seinen Vorstandsmitgliedern war, dass alle drei gewählten Bundestagsabgeordnete bereit waren, gemeinsam sich den kritischen Fragen der Gewerkschafter zu stellen. Karl Schiewerling (CDU), Ulli Hampel (SPD) und Friedrich Ostendorff (Bündnis 90/Die Grünen) wurden durch die Moderation von Michael Heiming (IG BCE) mit ihren Antworten aus den Stammtischgesprächen zur Bundestagswahl konfrontiert und mussten sich an die bisher vorliegenden Ergebnisse messen lassen.

Einen sehr breiten Raum nahm die Diskussion über die Arbeitsverhältnisse in den Schlacht- und Fleischzerlegebetrieben ein. Zwei Kollegen aus Rumänien die mit einem Dolmetscher die Situation der Werksvertragsarbeitnehmer aus eigener Erfahrung schildern konnten, hinterließen deutlich erkennbaren Eindruck bei allen Beteiligten. Neben den Missständen bei Entlohnung, Arbeitsschutz und sozialer Sicherheit wurde auch die Situation der Unterbringung der Beschäftigten zum Thema gemacht. Hier waren sich die Abgeordneten einig darüber, dass die Rahmenbedingungen zur Heimstättenunterbringung über eine Satzung in den Kommunen aufgenommen werden muss. Die Branche darf nicht zur Ruhe kommen waren sich alle einig. Schiewerling, Hampel und Ostendorff riefen die Anwesenden auf, weiterhin als Öffentlichkeit wachsam zu sein und die bekannten Missstände anzuprangern.

Aufgrund der Tatsache, dass dieser Teil sehr ausführlich diskutiert wurde, kamen die anderen Schwerpunkte etwas zu kurz. Behandelt wurden aber noch etwas ausführlicher die Themen Energiewende, Rentengesetze und Mindestlohn, wobei hier die geplanten Ausnahmeregelungen von den Anwesenden sehr kritisch bewertet wurden.

Es wurde vereinbart, regelmäßig jeweils einmal im Jahr mit den Abgeordneten zusammenzukommen um die kritischen Politikansätze gemeinsam zu bewerten und deutliche Signale nach Berlin zu senden.

Heinz Dickhoff schloss die Veranstaltung mit einem Dank die Abgeordneten, den Teilnehmerinnen und Teilnehmern sowie an die beiden Kolleginnen, die für den Imbiss auf ihren freien Sonntag verzichtet hatten. Einen besonderen Dank richtete Heinz Dickhoff an Heinz Heesing, der interessierte Kolleginnen und Kollegen noch durch die Mühle führte.

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Podiumsdiskussion zum Kohleausstieg

Im Jahr der endgültigen Zechenschließungen in Deutschland zeigte die DGB-Jugend Münsterland im Rahmen von NRW 2020 den Film: "Der lange Abschied von der Kohle" um sich mit der Fragestellung auseinander zu setzen: "Die Kohle geht, die Kumpel bleiben?" In der anschließenden von Patricia Weber (IG BCE) moderierten Podiumsdiskussion antworteten Norbert Maus (ehem. RAG-Gesamtbetriebsrat ) und Volker Nicolai-Koß (DGB-Münsterland) auf die konkrete Frage: "Wie muss eine Industrie-, Energie- und Arbeitsmarktpolitik aussehen, damit die Kumpel bleiben können?"

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