Deutscher Gewerkschaftsbund

25.07.2018
Cadmium in Tower Barracks in Dülmen

US-Army bezieht Stellung

DGB vermisst Entschuldigung

Unterm Strich ist die Erklärung der US-Army enttäuschend. Nach wochenlangem warten und hinhalten, räumte die US-Army den ungeschützten Umgang mit Cadmium belasteten Geräten in Dülmen, in den Tower Barracks ein.

Ortwin Bickhove-Swiderski, DGB Kreisvorsitzender Coesfeld, vermisst eine Entschuldigung der US-Army gegenüber den acht betroffenen Arbeitnehmern. Die Arbeiter hätten einen psychischen und physischen Schaden erlitten, auch hätten diese auf eigene Kosten Blutuntersuchungen durchgeführt, die zu völlig anderen Blutwerten geführt hätten.

Nein genau anders herum wird von Seiten der US-Army diskutiert, hier liegt ein Fehlverhalten der Arbeitnehmer vor. Solch eine Argumentation ist für den DGB zynisch, die Verantwortlichen hätten eine Fürsorgepflicht gegenüber den Arbeitnehmern, so der DGB.

Die US-Army müsste jetzt für diese Kosten aufkommen und den betroffenen Arbeitnehmern einen Schadensersatz zahlen, dieses könnte eine frei Heilfürsorge, eine präventive Kurmaßnahme oder andere Ersatzleistungen sein, so der DGB. Sollte die US-Army diesen Forderungen nicht nachkommen, würde der DGB den betroffenen Arbeitnehmern raten, eine Interessensgemeinschaft zu gründen, sich einen Fachanwalt zu nehmen und dann entsprechende Klagen im Zivilprozess (Körperverletzung mit Schadensersatzansprüchen-Schmerzensgeld) durchzusetzen. Noch sind die Verjährungsfristen nicht verstrichen.

Weitere Ungereimtheiten bleiben bestehen, die Arbeiter hatten behauptet die kontaminierten Kisten im Freien bearbeitet zu haben. Wo sind die Kisten abgeblieben und entsorgt worden, fragt der DGB? Warum wurden jetzt erst die Proben gezogen und  nicht schon vor drei Wochen? Fragen über Fragen.

Fragwürdig findet der DGB auch die Assistenz von Dr. Jürgen Querbach von der Bezirksregierung. Dieser hat die erhöhten Blutwerte der betroffenen Arbeitnehmer auf „rauchen“ reduziert. Warum hat die Abteilung Arbeitsschutz der Bezirksregierung nach Bekanntwerden der Vorfälle nicht sofort unangemeldete Inspektionen durchgeführt?

Der DGB Kreisvorsitzende Ortwin Bickhove-Swiderski stellt fest: „Ich würde nie behaupten wollen dass die US-Army lügen würde, ich würde aber doch behaupten wollen, dass die Verantwortlichen der US-Army mit der Wahrheit sehr elastisch umgehen.“ Einer der betroffenen Arbeitnehmer David Paterson hat sich zwischenzeitlich an die CNN gewandt und in der Zeitung „Dayly Record“ (im Netz einzusehen) einen großen Artikel veröffentlicht.

Der DGB Kreisverband wird an dem Thema dran bleiben. Zwischenzeitlich wurde mit dem CDU-Landtagsabgeordneten Dietmar Panske ein Gespräch vereinbart. Herr Panske möchte sich aus erster Hand informieren, der DGB begrüßt dieses Gespräch.

 


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