Deutscher Gewerkschaftsbund

16.04.2014
DGB-Kreisverband Coesfeld

„Darum auf, zu den Waffen!“

Einhundert Jahre sind vergangen, seit Kaiser Wilhelm II. sich an die Menschen im Deutschen Reich wandte und mit diesen Worten zum Krieg aufrief der zum 1. Weltkrieg eskalierte und Millionen Menschen in den Tod trieb.

An diese Ereignisse erinnerte der DGB-Kreisverband Coesfeld am 15. April in Dülmen. Vor dem Denkmal zur Erinnerung an die Schrecken dieses Krieges, dem Löwen am Rathaus, trafen sich die Mitglieder und einige interessierte Bürgerinnen und Bürger. DGB-Kreisverbandsvorsitzender Ortwin Bickhove-Swiderski erläuterte die Entstehungsgeschichte dieses Mahnmales und forderte die Stadt auf, sich der Verantwortung zu stellen, diese Gedenkstätte wieder in einem würdevollen Zustand zu versetzen.

Die anschließende Veranstaltung zum Gedenken fand dann im St. Barbara-Haus in Dülmen statt. Kreisverbandsvorsitzender Ortwin Bickhove-Swiderski konnte hierzu die stellvertretende DGB - Bezirksvorsitzende, Kollegin Dr. Sabine Graf und den Bochumer Historiker Mark Haarfeldt begrüßen.

Sabine Graf richtete an die Anwesenden ein Grußwort und ging auf die Situation der arbeitenden Menschen in diese Zeit ein. Sie forderte alle auf, sich weiter für Frieden und Freiheit einzusetzen und aus den Erfahrungen dieser schrecklichen Entwicklung die Schlüsse zu ziehen und sich für ein friedliches Miteinander weltweit einzusetzen. Ein Familienerinnerungsstück (eine Münze aus Gold im Werte von zwanzig Reichsmark) erinnert sie auch heute noch an die schlimmen Jahre die ihre Großeltern erleben mussten.

Wie die Arbeitnehmerschaft, die Gewerkschaften und SPD auf die Kriegsvorbereitungen reagierten und ob es ernstzunehmende Widerstände gegen die Burgfriedenspolitik gab, wurde von dem Historiker Mark Haarfeldt aus Bochum in seinem Referat dargestellt. Mark Haarfeldt referierte über die Hintergründe dieser Burgfriedenspolitik der Gewerkschaften und SPD, konnte aber auch auf Widerstände in der Arbeiterschaft hinweisen. So gab es schon 1915 und 1916 Streiks in einzelnen Rüstungsbestrieben, die sich dann 1917, durch die schlechte Versorgungslage im Deutschen Reich fortsetzten. Auch auf die schlechten Arbeitsbedingungen in den Betrieben sowie die vermehrt eingesetzte Frauenarbeit zu unsozialen Bedingungen in der Industrie wurde von Mark Haarfeldt dargestellt.

Eine rege Diskussion, die auch mit der gegenwärtigen Politik der Bundesregierung ins Gericht ging und die Situation in der Ukraine mit der aus der Zeit vor dem 1. Weltkrieg verglich, schloss sich den Ausführungen von Sabine Graf und Mark Haarfeldt an.

Eine Folgeveranstaltung, die sich mit der Entwicklung nach dem Krieg beschäftigen wird ist vorbereitet und wird am 21. Mai in Lüdinghausen n der Gaststätte Klutensee-Bad stattfinden. Auch hier wird Mark Haarfeldt das Fachreferat halten. Thema: „Was brachte die Deutsche Republik für die Deutsche Arbeiterschaft?“

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