Deutscher Gewerkschaftsbund

30.10.2017

Kinderarmut auch im Kreis Borken auf dem Höchststand

Nach einer aktuellen Analyse der Hans-Böckler-Stiftung ist die Kinderarmut auch im Kreis Borken kontinuierlich angestiegen. Lag die Quote der Kinder im SGB II-Bezug 2011 noch bei 6,5%, liegt sie mittlerweile bei 8,3 %, aber damit um 6,3% unter dem westdeutschen Bundesdurchschnitt. Dementsprechend lebt ungefähr jedes zwölfte Kind bis 18 Jahre im Kreis Borken unter Armutsbedingungen. Trotz des relativ niedrigen Niveaus stellt der Zuwachs von 1,8% nach Auffassung des DGB-Kreisverbandes eine besorgniserregende Entwicklung dar.


Für den DGB-Kreisverband liegen die zentralen Gründe in der Beschäftigungslage der Eltern. „Arme Kinder haben arme Eltern! Viele Menschen arbeiten auch bei uns im Kreis Borken unter prekären Bedingungen oder sind erwerbslos und deshalb auf Sozialleistungen angewiesen. Es wird darum immer dringender, gute Arbeit und gute Bezahlung in den Unternehmen durchzusetzen“, erklärte der DGB-Kreisvorsitzende Dieter Sauerwald. Für den DGB seien dies entscheidende Bedingungen für eine bessere Entwicklung. Gleichzeitig würde es immer wichtiger, Lebensbedingungen für die Kinder zu organisieren, die Auswege aus der Situation ermöglichen. „Die Auseinandersetzung mit Kinderarmut muss auch im kommenden Jahr 2018 in den Mittelpunkt der Politik gerückt werden. Es gilt mit aller Konsequenz und nachhaltig nach Lösungen zu suchen, die die Armut überwinden helfen und Rahmenbedingungen für ein gutes Leben in der Stadt und auf dem Land schaffen. Wir benötigen Familienprogramme, die alle Facetten betrachten sowie Investitionen in Bildung und freie Zugänge zu kulturellen Angeboten. Statt Steuergeschenke für die Reichen im Lande zu verteilen, wäre das Geld für die Zukunft unserer Kinder sinnvoller ausgegeben“.

Der DGB-Kreisverband fordert dazu auch ein Maßnahmenpaket im Koalitionsvertrag der künftigen Bundesregierung. 



 

Das Hintergrundmaterial finden Sie hier: https://www.boeckler.de/wsi_111283.htm


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