Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 43 - 01.08.2018

Kinderarmut auch in Münster mit steigender Tendenz

Mehr Tarifbindung und sozialer Arbeitsmarkt sind für den DGB ein Lösungsansatz

Aktuelle Zahlen aus den Statistiken der Bundesagentur für Arbeit belegen, dass über 2 Mio Kinder unter 18 Jahren in Deutschland in Armut aufwachsen müssen, was über 14% aller Kinder in Deutschland sind. Besorgniserregend ist für den DGB die steigende Tendenz in allen Städten und Kreisen des Landes.

Für den DGB-Stadtverbandsvorsitzenden Peter Mai stellen diese Zahlen in einem der reichsten Länder der Welt ein ausgesprochen schlechtes Zeugnis aus: "Arme Kinder haben arme Eltern und die sind bei uns arm, weil sie entweder keine oder zu schlecht bezahlte Arbeit haben."

Konkret lassen sich für Ende 2017 Münster 7.798 Kinder ausweisen, die in 4.036 Bedarfsgemeinschaften unter Hartz IV-Bedingungen aufwachsen müssen. Mit dieser Quote von 16% liegt Münster über dem bundesdeutschen, aber unter dem NRW-Durchschnitt von 18,6 %, und damit weit unter dem Wert des beklagenswerten Spitzenreiters Gelsenkirchen, für den eine Quote von 39,7% berechnet wurde. Allerdings lagen die Werte im Jahr 2012 für Münster noch bei 12,4%, für NRW bei 15,7% und für Gelsenkirchen noch bei 31,0%.

Der DGB-Stadtverband in Münster empfindet die Vergleichszahlen allerdings als wenig relevant und fordert vielmehr zu dringendem politischem Handeln auf. "In diesem Land sollte kein Kind in Armut aufwachsen müssen! Die bisherigen Reformbemühungen haben nichts bewirkt und das Gerede über Chancengerechtigkeit und zur Schaffung von Teilhabe waren eher Lippenbekenntnisse. Wer Armut bekämpfen will, muss in den betroffenen Familien Langzeitarbeitslosigkeit und prekäre Arbeit stoppen. Die Ausweitung von Tarifbindung, eine deutliche Anhebung des Mindestlohns und ein sozialer Arbeitsmarkt, so wie wir ihn verstehen, ermöglicht den Familien Teilhabe an der Gesellschaft und ist damit ein perspektivischer Ansatz zur Bekämpfung von Armut in diesem Land", so DGB-Stadtverbandsvorstand Carsten Peters.

Damit erhebt der DGB Kritik an dem bisherigen Gesetzesentwurf zum sozialen Arbeitsmarkt, wo insbesondere Nachbesserungen beim Lohnkostenzuschuss, bei der Freiwilligkeit und beim Arbeitslosenversicherungsschutz gefordert wird. 


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