Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 40 - 07.11.2017

Demo: Neue Studiengebühren bedrohen Hochschulstandort Münster und mehr als 2000 Studis vor Ort

Gewerkschaftsjugend ruft auf, am 21. November gegen ungerechte und fahrlässige Pläne der schwarz-gelben Landesregierung zu protestieren

Dilvin Semo

Dilvin Semo

Allein in Münster fragen sich mehr als 2.200 junge Menschen, ob sie bald Studiengebühren zahlen müssen. So viele Studierende aus Nicht-EU-Ländern zählen allein die Kunstakademie und die Uni Münster, für die FH liegen keine genauen Zahlen vor. „Als führender Hochschulstandort lebt Münster von Internationalität. Studierende aus der ganzen Welt sind hier willkommen! Dieses Klima von Weltoffenheit und Wissensaustausch wird durch den Plan der schwarz-gelben Landesregierung stark gefährdet. Dagegen mobilisieren wir zum Protest vor dem Düsseldorfer Landtag“, kommentiert Dilvin Semo, Vorsitzende der Gewerkschaftlichen Hochschulgruppe (GHG).

Mit der Rückendeckung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) ruft Semo dazu auf, am Dienstag, 21. November, gemeinsam an einer Demonstration vor dem Düsseldorfer Landtag teilzunehmen – wenn dort wieder über die Einführung von Studiengebühren geredet wird. Die DGB-Jugend lädt alle Interessierten ein, sich am 21.11 um 8:30 Uhr auf Gleis 14 des Hbf Münster zu treffen. Die gemeinsame Anreise ermöglicht die Teilnahme an der Demonstration, die um 11:00 Uhr vor dem Gewerkschaftshaus in Düsseldorf startet den Landtag zum Ziel hat.

Inhaltlich verweist die GHG-Vorsitzende auf die Verfehlungen einer vergleichbaren Politik in Schweden: Deren Studiengebühren für Nicht-EU-Ausländer zeigten, dass dies zu einem massiven Rückgang internationaler Studierender führe. Wenn die Landesregierung ihr ähnliches Vorhaben umsetze, werde sie Bildungshürden aufbauen, die junge Erwachsene davon abhalten, für ein Studium nach Nordrhein-Westfalen zu kommen.

Antonia Kühn

Antonia Kühn

Der DGB stellt sich klar gegen alle Formen von Studiengebühren. Hiermit würden soziale Ungleichheiten verschärft, weil Menschen aus finanziellen Gründen der Zugang zu akademischer Bildung versperrt wird. „Wer A sagt, wird unter Umständen auch B sagen. Die Einführung von Studiengebühren für Menschen aus Nicht-EU-Ländern kann das Einfallstor für die Einführung von allgemeinen Studiengebühren sein“, befürchtet Antonia Kühn, Abteilungsleiterin für Hochschulpolitik beim DGB in Nordrhein-Westfalen.

Auch über das akademische Feld hinaus seien ausländische Studierende eine Bereicherung für Münster und die ganze Region: „Als Bürgerinnen und Bürger bringen sie sich vor Ort ein, erledigen ihre Einkäufe in Münster und zahlen hier ihre Steuern. Diese jungen Menschen werden zu Botschafterinnen und Botschaftern unserer Region in der Welt. Und wenn sie sich hier wohlfühlen, gehören sie vielleicht morgen schon zu den wertvollen Fachkräften, die doch in der ganzen Region händeringend gesucht werden“, sagt Semo.

Wer den Protest gegen die schwarz-gelben Studiengebühren unterstützen möchte, kann die aktuelle Online-Petition unterschreiben: https://www.openpetition.de/petition/online/keine-studiengebuehren-in-nrw


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