Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 300 - 10.08.2017

Jugendaufruf zum Antikriegstag in Münster: „Nie wieder Krieg! Abrüsten statt Aufrüsten“

Jugendaufruf Antikriegstag

DGB-Jugend Münsterland

Jugend-Flashmop mit Redebeitrag am 1. September, 17:00, vorm Zwinger (an der Promenade nahe Fürstenbergstraße/Kolping-BK)

Mit dem Antikriegstag am 1. September gedenken wir dem Beginn des deutschen Angriffs- und Vernichtungskrieges gegen Polen, den Nazi-Deutschland und seine Verbündeten auf eine weltweite Dimension ausdehnten. Circa 80 Millionen Menschen fanden in diesem Menschheitsverbrechen ihren Tod. Alleine sechs Millionen Jüdinnen und Juden wurden unter deutschem Befehl umgebracht. Dieser Völkermord – die Shoah – bleibt beispiellos. Nationalismus, Antisemitismus, Faschismus und Militarismus haben einen zivilisatorischen Tiefpunkt geschaffen.

Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus! Das ist die Botschaft, die für uns – als Jugendverbände und junge Menschen – auch heute noch aktuell ist. Wir leben in Zeiten, in denen zerstörerischer Nationalismus und neuer Faschismus wieder aufkeimen. Weltweit sorgen Krieg und Krisen dafür, dass täglich Unschuldige sterben. Die sozialen Gegensätze wachsen an – und Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Als Jugendverbände fordern wir entschiedene Antworten – von (Zivil-)Gesellschaft und Politik. Gerade im Bundestagswahlkampf gilt es, für Wähler_innen, Parteien und Politiker_innen klare Entscheidungen zu treffen. Wir fordern:

Gedenken und erinnern – an Shoah und NS-Verbrechen(skrieg)! Während eine neue extreme Rechte aufkeimt und deutschen Heldenkult neu aufleben lassen will, werden die lebenden Zeitzeug_innen von Shoah, Vernichtungskrieg und NS-Verbrechen immer weniger. Gesellschaftlich und politisch stehen wir deshalb – mehr denn je – vor der Herausforderung, Erinnerung und Gedenken lebendig zu halten. Dafür brauchen wir mehr Anstrengungen – im Bildungssystem (z.B. durch obligatorische Besuche ehemaliger Konzentrationslager), aber auch im öffentlichen wie im Arbeitsleben (z.B. durch mehr Orte und Zeiten der Erinnerung).

Echte Abrüstung statt neuer Aufrüstung! Statt Aufrüstung und wiederaufziehenden (kalten) Kriegen brauchen wir entschiedene Schritte zur globalen Abrüstung. Priorität politischen Handelns sollte hier sein, Vereinbarungen zu treffen, um Atomwaffen und andere Massenvernichtungswaffen schrittweise abzuschaffen und neue Rüstungs- und Militärprogramme einzustampfen. Wir wollen eine Welt ohne Krieg!

Entschiedener Kampf gegen extreme Rechte! Trotz des faschistischen Schreckens des Dritten Reiches gedeihen heute wieder extrem rechte bzw. deutsch-nationalistische Kräfte. Die Leugnung und Verklärung der deutschen Vergangenheit ist – klar sichtbar – ein aktuelles Kernanliegen des gegenwärtigen deutschen Faschismus. Gegen weiteren Rechts(d)ruck muss sich unsere Gesellschaft entschieden stellen. Demokratie und Weltoffenheit sind akut in Gefahr! Von Politiker_innen erwarten wir ein konsequentes Verbot faschistischer Organisationen, eine lückenlose (Straf-)Verfolgung extrem rechter Aktivitäten – und neue Anstrengungen für Demokratisierung (ob im Bildungssystem, bei stärkerer Partizipation junger Menschen etc.).

Willkommenskultur leben: Refugees are still welcome! In dieser globalen Krisenzeit, die Millionen von Menschen ihren Frieden, ihre Familien und ihre alte Heimat geraubt hat, müssen wir Verantwortung übernehmen. Es gilt, Willkommenskultur zu leben! Von Politik und Gesellschaft erwarten wir, dass sie Geflüchteten Schutz und Lebensperspektiven bietet. Es darf weder geschlossene Grenzen noch Obergrenzen für Schutzsuchende geben.

Es geht nicht ohne Gerechtigkeit: Sozialen Frieden schaffen! Bei uns, in Europa und weltweit wächst die Kluft zwischen unermesslichem Reichtum und bitterer Armut. Eigentlich ist genug für alle da! Aber auch fünfzig Prozent der deutschen Bevölkerung besitzen de facto nichts. Diese soziale Ungerechtigkeit schafft gesellschaftliches Konfliktpotential. Politiker_innen sehen wir deshalb in der Verantwortung, neuen sozialen Frieden zu schaffen. Und das geht nur mit mehr sozialem Ausgleich.

Vereintes Europa statt Krieg: Die EU steht für Frieden und Zukunft! Die Schritte zur Vereinigung Europas nach dem Zweiten Weltkrieg waren getragen davon, den Schrecken der Vergangenheit zu überwinden. Europäische Nachbarländer sind nur wenige Jahre nach dem deutschen Vernichtungskrieg bereit gewesen, einem deutschen Staat zu verzeihen. Seitdem ist die Europäische Union – trotz aller Probleme – ein Garant für internen Frieden, für (Bewegungs-)Freiheit und ausgleichende Mechanismen. Gemeinsam wollen wir an diese Errungenschaften anknüpfen und das Vereinte Europa vertiefen. Es darf kein Zurück geben zu Nationalismus und Protektionismus.

Kein Platz für Nationalismus und Faschismus heißt: #MehrRaumFürUns! Als Jugendverbände wollen wir in einer offenen und demokratischen Gesellschaft leben. Deshalb haben wir uns zum 1. Mai unter dem Motto „Mehr Raum für uns“ zusammengeschlossen, um ein gemeinsames Jugendprogramm zu vertreten: Mehr Teilhabe, sozialer Wohnraum, bessere Arbeit und keine Nazis – das sind unsere gemeinsamen Ziele, für die wir in Münster und anderswo kämpfen.

Unterzeichner_innen:

DGB-Jugend Münsterland (Junge GEW Münster, IG BCE-Jugend Münster-Bielefeld, IG Metall-Jugend Münster, GdP Junge Gruppe Münster, Junge NGG Münsterland, EVG-Jugend West, ver.di-Jugend Münsterland)

Gewerkschaftliche Hochschulgruppe (GHG) Münster

Campus Grün Münster

Die Falken – SJD (Sozialistische Jugend Deutschlands) Münster

Die Linke SDS Münster

Linksjugend Münster

kaktus – Grüne Jugend Münster

Junge Europäische Föderalisten (JEF) Münster

Junge Piraten Münster

Juso-Schüler*innen Münster

Jusos Münster

Juso-Hochschulgruppe Münster


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