Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 55 - 16.10.2018
Gleiches Geld ab dem ersten Tag gefordert

"Leiharbeit bleibt profitables Geschäft für Verleihfirmen"

5.062 Leiharbeiter in Münster

"Mehr als 1 Millionen Arbeitnehmer*innen sind heute Leiharbeitnehmer*innen, also prekär beschäftigt, befristet mit Löhnen, die deutlich unter denen der jeweiligen Stammbelegschaft der Einsatzunternehmen liegen. Für viele Leiharbeitnehmer*innen ist Altersarmut vorprogrammiert. Zudem spaltet Leiharbeit die Beschäftigten in den Einsatzbetrieben und trägt bei zu einer Zunahme von atypischen Beschäftigungsverhältnissen. Gerade für junge Menschen ist ein unbefristeter Arbeitsvertrag längst keine Selbstverständlichkeit mehr ", so DGB-Stadtverbandsvorsitzender Peter Mai.


"Leiharbeit bleibt vor allem für die Entleihfirmen ein profitables Geschäft, in Münster hat es phasenweise 48 Leiharbeitsfirmen gegeben", so DGB-Stadtverbandsvorstand Carsten Peters: "Leiharbeitsunternehmen verleihen die Menschen , die sie unter Vertrag haben, an Firmen weiter. Die Arbeit für die sie letztendlich bezahlt werden, findet demzufolge in einem Unternehmen an anderer Stelle statt. Demnach ist die Leiharbeit lediglich eine Beschäftigungsform, bei der die dort Beschäftigten oft auch noch das Risiko der Zeiten, in denen sie nicht verliehen werden, selber tragen müssen. Leiharbeit schafft also keine Arbeit, sondern vermittelt Arbeitskräfte. Der berühmte „Klebeeffekt“, der davon ausgeht, dass Unternehmen ihre Leiharbeiter auf Dauer selber einstellen, ist nicht nachweisbar. Und nicht nur deshalb hat der Gesetzgeber versucht hier Regeln zu schaffen, die aber aus unserer Sicht bei weitem nicht ausreichen. Wir fordern deshalb für die Leiharbeiter*innen Equal-Pay für ihre Tätigkeit an ihrem Einsatzort ab dem ersten Tag und bei längerem Einsatz eine Festanstellung. Damit Leiharbeiter*innen nicht Beschäftigte zweiter Klasse sind. Der Gehaltsunterschied zwischen Leiharbeiter und Stammbeschäftigtem beträgt monatlich im Schnitt 1.300 Euro."

Im Dezember 2017 hat die Zahl der Leiharbeiter*innen laut Bundesagentur für Arbeit die Millionengrenze überschritten, es waren rund 1.030.000 Menschen.
Dies bedeutet eine Steigerung von 43% innerhalb von 10 Jahren. 2007 waren 721.345 Menschen in Leiharbeit beschäftigt. Die Zahlen für die Stadt Münster: Im Dezember 2017 - letzter Stand der Datenerhebung - waren 5.062 Menschen in Leiharbeit beschäftigt, Ende 2007 waren es 3.609.


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