Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 11 - 07.03.2018

Internationaler Frauentag 2018: DGB-Frauen wollen tatsächliche Gleichstellung

100 Jahre Frauenwahlrecht

DGB

 

Vor 100 Jahren führte der Rat der Volksbeauftragten während der Novemberrevolution 1918 das aktive und passive Wahlrecht für Frauen ein. Besonders die Frauenverbände in den DGB-Gewerkschaften feiern dieses Datum heute, da damals besonders viele Arbeiterinnen lange und hart für dieses Grundrecht gekämpft haben.

„Der 1. Internationalen Frauentag am 19. März 1911 stand unter der zentralen Losung „Heraus mit dem Wahlrecht“. Auch im Jahr 2018 gehen wir an diesem Tag in die Öffentlichkeit, um über noch immer existierende, unterschiedlichste Ungerechtigkeiten zwischen den Geschlechtern aufzuklären. Obwohl die Gleichberechtigung im Grundgesetz verankert ist und sich vieles verbessert hat, sehen wir in vielen Punkten noch konkreten Handlungsbedarf, bevor wir von der tatsächlichen Gleichstellung sprechen können“, betont der DGB-Regionsgeschäftsführer Winfried Lange.

Der DGB sieht das größte Problem darin, dass Frauen für ihre Arbeit oft schlechter bezahlt werden, als ihre männlichen Kollegen. Frauen würden zudem oft in Teilzeit arbeiten, um sich dann unbezahlt um Familie und Pflege kümmern zu können. Dafür stünden sie dann häufig vor Arbeitszeitproblemen, hätten geringere Karrierechancen und eine kleinere Rente.

 „Es ist ein Skandal, dass Frauen im Durchschnitt 21 Prozent weniger verdienen als Männer. Frauen arbeiten de facto 77 Tage im Jahr quasi umsonst. Es gilt, schnellstmöglich die Arbeitszeitlücke, die Entgeltlücke und die Rentenlücke zu schließen. Dafür brauchen wir auch mehr Frauen in Politik und in Leitungspositionen. Leider sind wir davon meilenweit entfernt. Das deutsche Parlament ist so männlich wie seit 20 Jahren nicht mehr. Gerade mal ein Drittel der Abgeordneten sind Frauen. Während in den Vorständen deutscher Unternehmen der Frauenanteil bei 8 Prozent liegt, sitzen dank der Quotenregelung mittlerweile knapp 30 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten der börsennotierten Kapitalgesellschaften. Auf der Basis von Freiwilligkeit scheint es mit der tatsächlichen Gleichstellung wohl noch länger zu dauern“, verdeutlicht Lange.

 


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