Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 030 - 22.05.2014

Der 1. Weltkrieg und dann?

Das Wetter sommerlich warm, der Ort, Klutensee Bad in Lüdinghausen, gut gewählt, doch zum Baden kamen die interessierten Mitglieder und Bürger auf Einladung des DGB nicht.

Ein anderes Thema war ihnen wichtig: Welche Folgen hatte der 1. Weltkrieg, der vor 100 Jahren begann für die Arbeitnehmer und wie wirkte sich das Stillhalteabkommen der Gewerkschaften im Krieg auf die Gestaltung der neu entstandenen Republik aus?

Mit Mark Haarfeldt, Historiker aus Bochum, konnte der DGB-Kreisverband Coesfeld einen fachlich gut vorbereiteten und ausgezeichneten Kenner der Verhältnisse in der Weimarer Republik, die als Deutsche Republik in seinem Vortrag bezeichnet wurde, aufbieten.

Haarfeldt ging in seinem Vortrag auf die schwierigen Verhältnisse der Umstände nach dem Waffenstillstand am 11. November 1918 ein und berichtete über die Auseinandersetzungen in den einzelnen politischen Lagern. So konnte er darstellen, dass der Aufbau der Republik in den ersten Jahren von bürgerkriegsähnlichen Zuständen geprägt war und die organisierte Arbeitnehmerschaft sich in Konflikten zwischen Staatsräson, zur Sicherung der erreichten Ziele, und revolutionären Umsturz zu einer Räterepublik nach sowjetischem Vorbild, aufrieb.

Dennoch gab es im Vergleich zur Kaiserzeit Fortschritte im Sozialgefüge der Gesellschaft. Mit der Einführung des 8-Stunden-Arbeitstages und dem Betriebsrätegesetz wurden auch Forderungen der Arbeitnehmerschaft aufgegriffen und umgesetzt. Eine Weiterentwicklung dieser, aus damaliger Sicht, fortschrittlichen Gesetze, wurde durch die Weltwirtschaftskrise und der zunehmenden Zersplitterung organisierter Verbände (Gewerkschaften und Parteien) nicht mehr möglich und gab letztendlich dem aufkommenden Nationalsozialismus den Nährboden, den er benötigte um 1933 an die Macht zu kommen.

Die anschließend gestellten Fragen und Diskussionsbeiträge machten auch deutlich, dass sich viele Bürgerinnen und Bürger auch heute noch mit den damaligen Verhältnissen auseinandersetzen und ein starkes Interesse daran haben, wie und warum  sich unsere Gesellschaft in den vergangenen einhundert Jahren so und nicht anders entwickelt hat.

DGB-Kreisverbandsvorsitzender Ortwin Bickhove-Swiderski und sein Stellvertreter Heinz Starnick aus Lüdinghausen waren beeindruckt von den dargestellten Fakten und versprachen mit Mark Haarfeldt weiter im Gespräch zu bleiben und ihn zu weiteren historischen Vorträgen zu dieser spannenden Zeitepoche als Gesprächspartner einzuladen

Historiker Mark Haarfeldt

Historiker Mark Haarfeldt DGB Münster

Historiker Mark Haarfeldt

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