Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 27 - 14.05.2018

Menschen mit Behinderung in den Unternehmen in NRW – da geht noch mehr!

In Nordrhein-Westfalen machen schwerbehinderte Menschen 5,2 Prozent aller Beschäftigten aus (private Arbeitgeber: 4,7 %, öffentliche Arbeitgeber: 7,1 %). Damit liegt das Bundesland knapp über der gesetzlich vorgeschriebenen Quote von fünf Prozent schwerbehinderter Beschäftigter* und belegt mit diesem Wert in Deutschland sogar einen Spitzenplatz. Von den 33.170 Unternehmen in NRW, die diese Auflage erfüllen müssen (mit mehr als 20 Mitarbeitern) hatte sogar jedes fünfte Unternehmen (7.416) keinen einzigen schwerbehinderten Beschäftigten.

Anlässlich des europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung am 5. Mai fordert Anne Sandner aus der DGB-Region Münsterland die Wirtschaft auf, ihre Anstrengungen zur Integration behinderter Menschen in den Arbeitsmarkt zu verstärken:

„Auch wenn sich die Beschäftigungssituation in NRW vergleichsweise gut darstellt, was vor allem dem überdurchschnittlichen Engagement der öffentlichen Arbeitgeber zu verdanken ist, sind auch in NRW Menschen mit Behinderung häufiger und länger arbeitslos als nichtbehinderte Menschen - obwohl sie im Durchschnitt über bessere Bildungsabschlüsse verfügen. Außerdem sind sie mindestens so engagiert und loyal wie Menschen ohne Behinderung. Das sollten Unternehmen berücksichtigen, die über Fachkräftemangel klagen. Bei der Ausbildung oder Beschäftigung von Menschen mit Behinderung können die Arbeitgeber auf vielfältige Unterstützungsangebote zurückgreifen: Lohnkostenzuschüsse, kostenlose Ausstattung des Arbeitsplatzes oder Begleitung durch Fachpersonal im Betrieb. Trotzdem sind viele Unternehmen zögerlich.“

Deshalb fordert der DGB stärkere Anreize für Unternehmen, ihrer gesellschaftlichen Verpflichtung zur Integration von Menschen mit Behinderung noch mehr nachzukommen. Dabei sollten vor allem jene Arbeitgeber in die Pflicht genommen werden, die überhaupt keine Schwerbehinderten beschäftigen. Die gesetzlich vorgesehene Abgabe für ausbleibende Beschäftigung behinderter Menschen sollte deshalb stark angehoben werden (pro fehlendem Arbeitsplatz/Monat):

bei einer Beschäftigungsquote von drei bis weniger als fünf Prozent von 125 auf 250 Euro,
bei einer Beschäftigungsquote von zwei bis weniger als drei Prozent von 220 auf 500 Euro,
bei einer Beschäftigungsquote von weniger als zwei Prozent von 320 auf 750 Euro.

*Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit, Daten für 2016

(Anmerkung: fürs Münsterland liegen uns leider keine spezifischen Daten vor)


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