Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 44 - 04.12.2017

Warnschuss für Zukunft der dualen Ausbildung in der Region

Ausbildungsreport: DGB-Jugend Münsterland sieht Erfolgsmodell gefährdet und mahnt Qualitätsoffensive an

DGB-Jugend Münsterland zum Ausbildungsreport

Wollen eine Qualitätsoffensive in der dualen Ausbildung: Selma Gueney, Max Strätker, Janis Fifka, Dilvin Semo und Felix Eggersglüß von der DGB-Jugend.

 

„Das Erfolgsmodell duale Ausbildung droht zukünftig zum Auslaufmodell zu werden“, warnt der DGB-Jugendbildungsreferent Felix Eggersglüß. Auch hier in der Region gebe es Qualitätsprobleme: Mangelnde öffentliche Investitionen in Berufsschulen, Attraktivitätsmängel des Berufsschullehrerberufs und zu wenig Einsatz für gute Ausbildungsstellen in vielen Betrieben. „Deshalb müssen Unternehmen und die öffentliche Hand endlich eine Qualitätsoffensive starten, damit das internationale Erfolgsmodell duale Ausbildung zukunftsfest gemacht wird“, erläutert Felix Eggersglüß.

Diese Befunde untermauert der wissenschaftlich ausgewertete DGB-Ausbildungsreport NRW, für den 4200 Auszubildende im Bundesland befragt wurden, darunter auch 400 an fünf Berufsschulen im Münsterland. Die Ergebnisse zeigen, dass fast die Hälfte der Befragten der Qualität der Berufsschule keine gute Note gibt. Die Ausbildung im Betrieb bewerten immerhin 72,1 Prozent mindestens mit gut. Andererseits werden 31,4 Prozent der Befragten unzureichend oder schlechter von ihren Ausbildern betreut, 35,8 Prozent müssen regelmäßig Überstunden leisten und 54,7 Prozent haben Probleme, sich in ihrer Freizeit von der Ausbildung zu erholen. „Dass eine deutliche Mehrheit der Auszubildenden im dualen System zufrieden ist, darf uns zu keinen falschen Schlüssen verleiten. Denn mehr als ein Drittel von ihnen klagt über eklatante Qualitätsmängel. Wenn wir das Erfolgsmodell duale Ausbildung sichern wollen, braucht es schnellstmöglich einen Kurswechsel“, fordert der DGB-Jugendbildungsreferent.

Um die Qualität der Berufsausbildung zu steigern, setzt die Gewerkschaftsjugend auf eine landesweite Qualitätsoffensive für moderne Berufsschulen und einen attraktiveren Berufsschullehrerberuf. Darüber hinaus seien betriebliche Verbesserungen erforderlich: „Wir brauchen eine effektive Entlastung der Auszubildenden und bessere Prüfungsvorbereitung in der Ausbildung, wie sie die IG Metall-Jugend in der aktuellen Tarifauseinandersetzung fordert“, stellt Felix Eggersglüß heraus. Konkret möchte die IG Metall-Jugend in den laufenden Tarifverhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie durchsetzen, dass Auszubildende vor jeder Abschluss- und Zwischenprüfung jeweils einen Wochentag zur Vorbereitung freigestellt werden.


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