Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 56 - 17.10.2018

Gesundheitsgefährdung bei Tower Barracks nachgewiesen

Ein eigenfinanziertes Gutachten ergibt ein erschreckendes Bild. Die betroffenen Arbeitnehmer in den Tower Barracks waren bei ihren Arbeiten mit einem Cadmiumanteil von 29 % fast 30 % ausgesetzt. Rechnet man die anderen Schwermetalle wie Nickel, Zink und Chrom hinzu ergibt sich ein dramatisches Bild: Der Gesundheitsschutz wurde hier massiv unterlaufen, die Arbeitsbedingungen stellten eine große Gefahr für die Gesundheit der betroffenen Arbeitnehmer da. Langzeitfolgen sind nicht auszuschließen.

Somit hat zumindest nach Auffassung des Dülmener DGB Vorsitzenden Ortwin Bickhove-Swiderski, die US-Streitkräfte gegen geltenden deutschen Arbeitsschutz verstoßen. Bis heute haben sich die US-Streitkräfte nicht bei den betroffenen Arbeitnehmern entschuldigt. Entsprechende Ausgleichszahlungen sind nicht angeboten worden.

Verärgert sei man auch, dass diese Probe aus Mitteln von vier Organisationen gezahlt worden ist. Die mehreren Hundert Euro haben der DGB, die Friedensfreunde Dülmen, die Partei Bündnis 90/Grüne und die Partei Die Linke aus Dülmen zusammengelegt.

Hier würde erwartet, dass die Stadt Dülmen oder die Bezirksregierung in Münster Proben gezogen hätten und diese dann ausgewertet hätten, um entsprechend reagieren zu können.

Vielmehr ist der Vertreter der Bezirksregierung mit nicht nachvollziehbaren Argumenten auf der damaligen Pressekonferenz aufgefallen, er erklärte die erhöhten Blutwerte (belastet durch Cadmiumabstrahlungen) mit aktivem Rauchen.

Völlig unklar ist bis heute, warum jetzt 15 Militärpolizisten auf den Stützpunkt Tower Barracks geschickt werden. Warum und aus welchem Grund, fragt sich der DGB? Eine Erklärung gibt es bis heute nicht zu diesem Vorgehen. Unterm Strich bedeutet dieses jetzt, auf jeden zivilen Beschäftigten kommen zwei Militärpolizisten.

Vielleicht soll durch so ein Vorgehen sichergestellt werden, das keine Proben mehr den Stützpunkt Tower Barracks verlassen sollen, mutmaßt der Dülmener DGB Vorsitzende Ortwin Bickhove-Swiderski. Die militärische Anlage und die Geräte wurden und werden durch eine Sicherheitsfirma überwacht. Eine schlüssige Erklärung zu diesem Vorgehen steht bis heute aus.

Herr Paterson, der den Skandal durch seine Anzeige an die Öffentlichkeit gebracht hat, steht für die Presse zu Gesprächen etc. in der Zeit vom 21.- bis zum 25. Oktober 2018 zur Verfügung.

Das Arbeitsgerichtsverfahren von Herrn Paterson ist am 23. Oktober um 10 Uhr im Saal 104 des Amtsgerichtsgebäudes in Coesfeld. Die Sitzung ist öffentlich.

 


Nach oben

RSS-Feed

Subscribe to RSS feed
Abonnieren Sie alle Pressemitteilung des DGB Münsterland als RSS-Feed.
Suchbegriff eingeben
Datum eingrenzen
seit bis