Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 34 - 15.06.2018

DGB im Kreis Coesfeld ist empört über Stellenabbau bei Maggi-Lüdinghausen

Der DGB-Kreisvorstand Coesfeld hat sich auf einer Kreisvorstandssitzung mit dem Stellenabbau bei Maggi in Lüdinghausen, aber auch mit der Situation bei Nestlé beschäftigt. Mit Empörung und Bestürzung wurde die plötzlich angekündigte Streichung von 100 Stellen im Lüdinghauser Maggi-Werk zur Kenntnis genommen. Für die Beschäftigten ist der unerwartete Verlust ihrer Arbeitsplätze ein harter Schlag. 

Gleichzeitig hat die Geschäftsführung das Caro-Kaffee Werk in Ludwigsburg auch mit über 100 Beschäftigten nach 150 Jahren geschlossen. Die Mitglieder der DGB solidarisieren sich mit den betroffenen Kolleginnen und Kollegen in Lüdinghausen sowie in Ludwigsburg.

Michael Schulte, DGB-Ortsverbandsvorsitzender in Lüdinghausen, und Ortwin Bickhove-Swiderski, DGB Kreisvorsitzender aus Dülmen, kritisieren die Geschäftsführung und den Aufsichtsrat. 

Michael Schulte: „Das Vorgehen des Vorstandes ist purer Raubtierkapitalismus. Hier werden allein aus Gründen der Profitmaximierung Arbeitsplätze vernichtet und Menschen wie Spielfiguren nach Belieben vor die Tür gesetzt. Der Vorstand will den Aktionären Dividenden in Höhe von 18 % und mehr garantieren. Die Reichen und die Superreichen werden so auf Kosten der Beschäftigten noch reicher.“

Solch ein Vorgehen hab nichts mit Sozialpartnerschaft zu tun, kritisieren beide Gewerkschafter. Die soziale und regionale Verantwortung werde mit Füßen getreten und auf dem Rücken der Betroffenen setzten Maggi und Nestlé ihr schamloses Gewinnstreben durch. Die Verantwortlichen selbst sind zu feige, sich der Kritik der Beschäftigten in Betriebsversammlungen zu stellen. Alle Beschäftigten müssen nun ihre Interessen in den Vordergrund des betrieblichen Miteinanders stellen.

Wie heißt es im gewerkschaftlichen Sprachgebrauch: Alle Räder stehen still, wenn dein starker Arm es will. 

Auf einen groben Klotz des Vorstandes muss ein grober Keil der Belegschaft folgen. „Es ist eine Katastrophe, dass so viele Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und auch deren Familien nun vor wirtschaftlichen Existenzängsten stehen müssen. Der Mensch muss doch wichtiger als sein als der Aktionär“, ärgert sich der DGB-Ortsverbandsvorsitzende Michael Schulte.

Nun sind alle gefordert, die von einer Kündigung betroffenen Mitarbeiter zu unterstützen. Die Lüdinghauser stehen zu ihren Kolleginnen und Kollegen. Unsere Politiker sind aufgerufen, ihren Einfluss geltend zu machen, um den Vorständen ihre Grenzen aufzuzeigen.

Lediglich Absichtserklärungen des jetzigen Bürgermeisters helfen nicht weiter. Auch die Rolle des Aufsichtsrates hinterfragt der DGB kritisch. Die Kolleginnen und Kollegen im Aufsichtsrat  - einschließlich der Arbeitnehmervertreter - waren über diesen Vorgang informiert. Alle Kolleginnen und Kollegen, die bei der Nestle AG bundesweit beschäftigt sind, sollten sich genauestens überlegen, welche Maßnahmen jetzt angebracht sind. Die unsozialen Vorstände, die für die Aktienbesitzer die Arbeitnehmer finanziell auspressen sollen, führen den Klassenkampf von oben!

Eine Zurückhaltung der Arbeitnehmer bei den Tarifverhandlungen ist nicht zielführend! Weichgespülte Sozialplanverhandlungen helfen keinem Betroffenen wirklich weiter. Jede finanzielle Einbuße verschlechtert  die eigenen sozialen Ansprüche beim Arbeitslosengeld und der Rente. 

Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben ihren Anteil an der sehr guten Geschäftslage der Nestle AG. Der Aktienkurs hat sich von 2003 bis heute um 263,28 % gesteigert. Wir sind es wert, anständig und angemessen an dieser Entwicklung beteiligt zu werden!

 

Mit kämpferischen und solidarischen Grüßen

Michael Schulte                                                         Ortwin Bickhove-Swiderski
DGB-Ortsverbandsvorsitzender Lüdinghausen         DGB Kreisvorsitzender Coesfeld

 

 

 

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