Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 29 - 16.05.2018

Gleiches Geld ab dem ersten Tag

Am heutigen 16. und morgigen 17. Mai veranstaltet der Dachverband IGZ in Münster seinen Jubiläumsbundeskongress. Eingeladen sind "Personaldienstleister, Verleihfirmen und Multiplikatoren“. Erneut wirbt die Leiharbeitsbranche für ihre Geschäftspraktiken und stellt die Leiharbeit als "attraktives Arbeitsverhältnis" dar, weil sie die "Lösungen für die arbeitsmarktpolitischen Herausforderungen sowie gesellschaftlichen und ökonomischen Megatrends" habe - so die Selbstdarstellung im Einladungsschreiben.

"Rund 1 Millionen Arbeitnehmer*innen sind heute Leiharbeitnehmer*innen, also prekär beschäftigt, befristet mit Löhnen, die deutlich unter denen der jeweiligen Stammbelegschaft der Einsatzunternehmen liegen. Für viele Leiharbeitnehmer*innen ist Altersarmut vorprogrammiert. Zudem spaltet Leiharbeit die Beschäftigten in den Einsatzbetrieben und trägt zu einer Zunahme von atypischen Beschäftigungsverhältnissen bei. Gerade für junge Menschen ist ein unbefristeter Arbeitsvertrag längst keine Selbstverständlichkeit mehr. Instabile und prekäre Beschäftigungen tragen nicht zur Glaubwürdigkeit der Arbeitgeber bei, wenn sie ständig den Fachkräftemangel beklagen", so DGB-Stadtverbandsvorsitzender Peter Mai.

"Leiharbeit bleibt vor allem für die Entleihfirmen ein profitables Geschäft, in Münster hat es phasenweise 48 Leiharbeitsfirmen gegeben", so DGB-Stadtverbandsvorstand Carsten Peters: „Leiharbeitsunternehmen verleihen die Menschen, die sie unter Vertrag haben, an Firmen weiter. Die Arbeit, für die sie letztendlich bezahlt werden, findet demzufolge in einem Unternehmen an anderer Stelle statt. Demnach ist die Leiharbeit lediglich eine Beschäftigungsform, bei der die dort Beschäftigten oft auch noch das Risiko der Zeiten, in denen sie nicht verliehen werden, selber tragen müssen. Leiharbeit schafft also keine Arbeit, sondern vermittelt Arbeitskräfte. Der berühmte „Klebeeffekt“, der besagt, dass Unternehmen ihre Leiharbeiter auf Dauer selber einstellen, ist nicht nachweisbar. Nicht nur deshalb hat der Gesetzgeber versucht hier Regeln zu schaffen, die aber aus unserer Sicht bei weitem nicht ausreichen. Wir fordern deshalb für die Leiharbeiter*innen Equal-Pay für ihre Tätigkeit an ihrem Einsatzort ab dem ersten Tag und bei längerem Einsatz eine Festanstellung!"

 


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