Deutscher Gewerkschaftsbund

05.11.2018

„Die gesetzliche Rente ist sicher!“

DGB zum Spitzengespräch bei der DRV Westfalen

Gewerkschaften beim Spitzengespräch mit DRV

v.l.n.r.: Volker Nicolai-Koss (DGB), Robert Brandt (IGM), Georg Nießing (IGBAU), Ortwin Bickhove-Swiderski (verdi), Anja Jäger (GdP), Anne Sandner (DGB), Alexander Flüthmann (DRV), Karl Schiewerling, Fredy Menke (DRV Personalratsvorsitzender), Thomas Keck, Karl-Heinz-Leber, Winfried Lange (DGB), Michael Schulte (IGBCE), Martin Koslowski (IGBAU).

 

 

Ehren- und hauptamtliche Gewerkschafter aus der DGB-Region Münsterland sind zu einem Spitzengespräch mit Führungskräften der Deutschen Rentenversicherung (DRV) Westfalen zusammengekommen, um sich über die aktuelle Rentenentwicklung zu informieren und über die Zukunft der gesetzlichen Rentenversicherung zu diskutieren.

Zu Beginn informierte der Erste Direktor der DRV Westfalen, Thomas Keck, über die Änderungen und den Umsetzungsstand des aktuellen Rentenpaketes. Die sogenannte doppelte Haltelinie soll bis zum Jahr 2025 das Rentenniveau bei 48 Prozent stabil halten und den Beitragssatz auf 20 Prozent senken. Flankiert wird diese Maßnahme von Verbesserungen bei der Erwerbsminderungsrente, der Ausweitung der Mütterrente und Beitragsentlastungen von Geringverdienern. Zur aktuellen Rentensituation nannte Thomas Keck 1.078 Euro für Männer und 648 Euro für Frauen als Durchschnittsrente in Münster.

Keck verwies darauf, dass es sich dabei nur um einen statistischen Durchschnittswert handelt, der nur bedingt die reale Einkommenssituation der Rentner-Haushalte widerspiegele. Besonders herausfordernd für die Finanzierung des Rentensystems seien die Veränderungen in der Demografie, die Rentenbezugsdauer, das Renteneintrittsalter sowie die Zunahme prekärer Beschäftigungsverhältnisse - mit zunehmenden unterbrochenen Erwerbsbiographien.

Im Anschluss stellte Karl Schiewerling, alternierender Vorsitzender der Vertreterversammlung bei der DRV Westfalen und Vorsitzender der Rentenkommission der Bundesregierung, die zukünftige Bedeutung des verlässlichen Generationenvertrages vor. Die gesetzliche Rente sei weiterhin die zentrale Säule der Alterssicherung. Die drei wesentlichen Stellschrauben des bisherigen Systems bleiben für ihn auch in Zukunft bestehen: die Bemessung der Beitragshöhe, die Höhe des Rentenniveaus und der Beginn des Renteneintritts.

Zu den Forderungen der Gewerkschaften, die Gruppe der Beitragszahlenden zu vergrößern und sich von den berufsständigen Versorgungskassen langfristig zu verabschieden, entwickelte sich eine spannende Debatte, von der allerdings langfristig noch keine Lösungen zu erwarten sind. Einig waren sich beide Seiten jedoch darin, dass die gesetzliche Rentenversicherung sicherer sei, als die am Kapitalmarkt angelegten privaten Altersvorsorgeverträge und Betriebsrenten, die lediglich als eine gute aber nicht risikofreie Zusatzversorgung anzusehen seien. Um mehr Sicherheit und Transparenz für die Versicherten herzustellen, forderten die Gewerkschafter eine säulenübergreifende Darstellung der jährlichen Renteninformation.

Nach Auffassung beider Seiten zeigt die eher geringe Wahlbeteiligung bei den letzten Sozialwahlen nur allzu deutlich auf, dass die wichtige Arbeit der Selbstverwaltung in der DRV in der Öffentlichkeit nicht wahrgenommen wird. Hier gilt es die Selbstverwaltung zu stärken und diese Form der Mitbestimmung vor allem über die Medien präsenter abzubilden. Zum Abschied wurde vereinbart, das Spitzengespräch jährlich durchzuführen, um aktuelle Entwicklungen und Diskussionen besser miteinander zu vernetzen.

 


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