Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 48 - 15.07.2021

Corona im Münsterland– Tausende Beschäftigte in Minijobs arbeitslos

DGB fordert Reform: „Die Krise ist ein Alarmsignal“

.Ende 2020 gab es im Münsterland 182.500  Minijobberinnen und Minijobber. Das sind rund 10.357 weniger als im Jahr davor. Vor allem im Gastgewerbe und im Handel war ein hoher Rückgang der Minijobs zu verzeichnen. Das bedeutet: Tausende geringfügig Beschäftigte im Münsterland haben in der Corona-Pandemie ihre Jobs verloren und landeten zum Teil in Hartz IV. Der DGB fordert angesichts dieser Zahlen eine Minijob-Reform.

„Die aktuelle Krise ist ein Alarmsignal. Minijobberinnen und Minijobber wurden in der Pandemie als erste vor die Tür gesetzt, als die Restaurants, die Läden und die Schulen dicht machen mussten. Zu 77 Prozent sind es Frauen, die ihren Job verloren haben oder aufgrund von Homeschooling oder anderen fehlenden Betreuungsangeboten ihren Job aufgeben mussten, um sich in einer Rolle rückwärts für Kinder und Küche verantwortlich zu zeigen “, erklärte Volker Nicolai-Koß, DGB-Regionsgeschäftsführer im Münsterland.

Da geringfügig Beschäftigte von der Arbeitslosenversicherung ausgeschlossen sind, erhalten sie weder  Kurzarbeiter-, noch  Arbeitslosengeld. Vielen bleiben nur die viel zu niedrigen Leistungen der Grundsicherung. „Minijobberinnen und Minijobber mussten bittere Einkommensverluste einstecken und haben Probleme, überhaupt ihren Lebensunterhalt zu sichern. Gerade in Krisenzeiten müssen sich Beschäftigte aber auf ein soziales Sicherungsnetz verlassen können. Minijobs lösen dieses Versprechen nicht ein“,  beklagte Nicolai-Koß.  „Dem vermeintlichen Vorteil eines Brutto-für-Netto-Verdienstes stehen Niedriglöhne und Altersarmut gegenüber. Mehrheitlich wird den Frauen durch diese Fehlanreize die Möglichkeit einer eigenständigen Existenzsicherung verwehrt. Minijobs sind ein Relikt anderer Zeiten und müssen dringend reformiert werden“, forderte Nicolai-Koß

Der DGB kritisiert wegen seiner gravierenden Nachteile für Beschäftigte schon lange  das „System Minijob“ und setzt sich für eine Umwandlung aller Minijobs in sozial abgesicherte Beschäftigung ein.


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