Deutscher Gewerkschaftsbund

PM 7 - 18.04.2024

DGB in Coesfeld fordert Umbenennung der Agnes-Miegel-Straße

Der DGB-Ortsverband und der DGB-Kreisverband Coesfeld fordern die Agnes-Miegel-Straße in Coesfeld umzubenennen!

Auf den auch hier im Kreis Coesfeld durchgeführten Demonstrationen gegen „Rechts“ und rechtes und faschistisches Gedankengut sind mehrere hundert Bürgerinnen und Bürger auf die Straße gegangen.

In Coesfeld gibt es immer noch die Agnes-Miegel-Straße. Agnes Miegel hat aktiv in der NS-Zeit den Nationalsozialismus unterstützt. Sie glorifizierte Hitler und ist am 1. Juli 1940 Mitglied der NSDAP geworden. Ihre Mitgliedsnummer war: 8145438. Bis zu diesem Zeitpunkt wurden auch in Coesfeld politisch andersdenkende Menschen und Widerstandkämpfer verfolgt. Zum Beispiel Heinrich Vörding, der sich im Recklinghäuser Polizeipräsidium in den Tod stürzte. Es brannten die Synagogen 1938 und schon 1933 wurden die Gewerkschaften zerschlagen. Juden wurden systematisch verfolgt.

Das alles wusste Frau Miegel und wurde dennoch NSDAP Mitglied. Sie trat mit 61 Jahren in die NSDAP ein, von einer Jugendsünde können wir nicht sprechen.

Ihr literarisches Werk müssen Literaturwissenschaftler bewerten. Ab 1945 hat Frau Miegel sich nie vom Nationalsozialismus distanziert. Miegel wurde für den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland vorgeschlagen. Der Bundespräsident Theodor Heuss lehnte die Verleihung ab und erinnerte an das Weihelied auf Adolf Hitler.

Unabhängige Wissenschaftler haben vorgeschlagen die noch vorhandenen Agnes-Miegel Straßen in andere Straßenname umzubenennen.

Der DGB Kreisvorsitzende Ortwin Bickhove-Swiderski weist darauf hin, dass im Jahre 1985 der ehemalige 1. Vorsitzende der ostpreußischen Landsmannschaft Coesfeld den damaligen Bürgermeister geben hatte die Straße nach Agnes Miegel zu benennen. Bei der damaligen Befragung sprachen sich 8 Eigentümer für die Bogenstraße aus und 5 Eigentümer für die Agnes-Miegel-Straße.

Dr. Eberhard Knost (GEW-Mitglied) erinnert an den politischen Bildungsauftrag um permanent gegen rechte Tendenzen und den aufkommenden Faschismus tätig zu werden. Nach der erfolgten Straßenumbenennung könnte eine kleine Hinweistafel auf den ehemaligen Namen hinweisen. Auch das einige Lehrer in den Fächern Deutsch und Geschichte mit dem Namen Agnes-Miegel nichts anfangen können, darf kein Hinderungsgrund sein. Dr. Knost erinnert an die Bürgerbefragung vom 1. Juni 2016. Die Historiker sind zu neuen Ergebnissen gekommen und verweißt auf die Straßenumbenennungen in Münster und in Herten i. W. vor einigen Tagen.

Heinz Dickhoff, DGB-Vorsitzender Ortsverband Coesfeld möchte gleich der sicherlich aufkeimenden Debatten, wer übernimmt die Änderungskosten für Ausweisdokumente, Briefbögen etc. den Nachfragenden den Wind aus den Segeln nehmen. Bei Änderungen für Ausweisdokumente bei einer Straßenumbenennung dürfen keine Kosten entstehen, analog einer Ummeldung nach einem Umzug.

Der DGB ist sich sehr bewusst dass dieser Vorschlag einigen Anwohnern nicht passen wird.

Ortwin Bickhove-Swiderski, DGB-Kreisverbandsvorsitzender sagt,: "Die Zeit ist reif für einen Straßenumbenennung. Nur wer die Vergangenheit kennt, kann die Zukunft gestalten!" Weiter weißt er darauf hin, es ist die Aufgabe des DGB und der Einzelgewerkschaften unbequem zu sein.

Einen neuen Straßennamen schlägt der DGB nicht vor. Die Anwohner könnten ja z. B. über einen Coesfelder Widerstandskämpfer*in etc. nachdenken.

Bickhove-Swiderski: "Im Jahre 2015 haben unabhängige Historikerkommissionen festgestellt, dass Frau Agnes Miegel „eine kontinuierliche Stütze des NS-Regimes“ war. Sie hat sich als Schriftstellerin nie von ihrem Werk distanziert."

 


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